fränkische volksfestwirteFirma: Fränkische Volksfestwirt GmbH
Branche: Veranstaltungsmanagement,
Zahl der Mitarbeiter: ca. 100 während dem zehntägigen Festbetrieb
Name: Björn Pausch
Position im Unternehmen: Gesellschafter

1. Wer hatte die Idee für das Konzept – Wer ist Firmengründer?

Wir sind seit vielen Jahren ein eingeschworener Stammtisch, der 2011 die Idee hatte, sich als Festwirt für das 100-jährige Jubiläum des Hofer Volksfestes zu bewerben. Gemeinsam erarbeiteten wir ein Konzept und gründeten die fränkische Volksfestwirt GmbH mit zehn Gesellschaftern. Die Gesellschafter gehen dieser Tätigkeit seither neben ihren eigentlichen Berufen nach und haben dem Hofer Volksfest gemeinsam mit der Hofer Bevölkerung zu neuem Glanz und einem besonderen Flair verholfen. Nebenbei organisieren wir von Zeit zu Zeit kleinere Veranstaltungen.

2. Wie und wann kam es zur Unternehmensgründung?

Marcus Traub, unser geschäftsführender Gesellschafter fand die Ausschreibung für den Festwirtposten in der Zeitung. Da die Truppe schon länger überlegt hat, ein Event zu organisieren, wurde die Idee schnell konkret. Wir hatten Respekt vor der großen Aufgabe – schließlich wird die Biermeile und das Bierzelt täglich von ca. 15000 Menschen besucht – wagten uns aber dennoch daran ein Event dieser Größenordnung zu konzipieren. Als wir schließlich den Zuschlag erhielten, wurde schnell klar, dass wir die Bevölkerung auf unserer Seite haben. Seit dem gelungenen Jubiläum 2012 sind die Hofer wieder stolz auf ihr Volksfest und eine ganz besondere Stimmung hat sich in der Stadt ausgebreitet.

3. Was ist das besondere an Ihrem Unternehmen?

Wir legen sehr viel Wert auf Qualität, Regionalität und Gemütlichkeit. Das äußert sich im urigen Holz-Bierzelt mit Empore und modernster Veranstaltungstechnik, den hochklassigen Bands und selbstverständlich den auschließlich regional bezogenen kulinarischen Köstlichkeiten. Außerdem arbeiten wir sehr detailverliebt. So haben wir Tischdecken für die Bierzelt-Garnituren drucken lassen und sehr viel Arbeit in grafische Medien wie Flyer, Biermarken und Plakate investiert. Uns ist es außerdem sehr wichtig, alle Bevolkerungsschichten einzubeziehen. Neben der ausgelassenen Partystimmung am Abend organisieren wir daher auch Angebote für Kinder, einen Senioren-Nachmittag und einen Zeltgottesdienst. Besonders stolz sind wir auch auf unser Team, welches uns größtenteils seit 2012 treu zur Seite steht und unsere Ideen stets mitträgt. Der besondere Teamgeist äußert sich in grandioser Stimmung, die auch von den Gästen nicht unbemerkt bleibt.

4. Was ist das Besondere an Ihren Produkten?

Wir verkaufen ausschließlich Produkte aus unserer Genussregion. Hofer Bier, Bratwürste, Steaks und Spezialitäten aus Oberfranken. Traditionell – und dennoch versuchen wir immer auch das Besondere. So gab es 2014 erstmals auch vegetarische Speisen oder den Weideland-Burger im Bierzelt.

5. Was ist das Besondere an Ihren Mitarbeitern?

Das Team ist mit uns gewachsen und hatte in unserem ersten Jahr teilweise mehr Erfahrung als wir selbst. Man hat uns unterstützt und durch das erste Fest getragen. Dafür sind wir heute noch dankbar und deshalb haben wir zu unseren Mitarbeitern auch einen besonderen Bezug. Einmal im Jahr trifft sich die Volksfest-Familie um das Fest auszurichten und gemeinsam zu feiern.

6. Gab es Durststrecken auf dem Weg zum erfolgreichen Geschäft?

Nach drei Jahren Volksfest lernen wir immernoch und werden von Jahr zu Jahr effektiver. Wir sind in der glücklichen Situation, nicht vom Volksfest leben zu müssen und können uns daher immer einmal wieder besondere Ideen wie einen Kletterbaum im Zelt oder die Aufnahme und CD-Produktion eines Hofer Liedes erlauben. Dennoch haben wir natürlich Respekt vor dem hohen finanziellen Risiko. Momentan sehen wir die Arbeit noch als Image-Aufbau und somit als Investition in die Zukunft des Hofer Volksfestes. Die regionale und mittlerweile auch überregionale Berichterstattung und die Stimmung der Besucher gibt uns Recht.

7. Was ist der Grund für den Erfolg?

Erfolg heißt für uns ein gelungenes Fest mit friedlicher Stimmung und guter Laune. Dies versuchen wir durch den Einbezug der Öffentlichkeit zu erreichen. Seit unserer Firmengründung arbeiten wir über soziale Medien wie Facebook, Youtube oder Pinterest interaktiv mit unseren Gästen an der Weiterentwicklung des Volksfestes. So führten wir unter anderem auf Wunsch der Facebook-Gemeinde 2012 erstmals wieder Weizenbier im 0,5er Weißbierkrug ein. Unvorstellbar, aber vor uns gab es das nur im Maßkrug. Neue Ideen wie zum Beispiel das vegetarische Angebot fragen wir online ab und lassen die Reaktionen in unsere Planungen eingehen. Außerdem sind wir stets in der Öffentlichkeit erkennbar als Festwirte unterwegs. Wir besuchen Feste in der Region und die Gastronomieszene, diskutieren mit anderen Gastronomen und Kunden und nehmen Kritik immer an.

8. Welche Rolle spielen für Sie Themen wie Umwelt, Bio, Nachhaltigkeit?

Eine sehr große. Wir achten bei unseren Zulieferern sehr auf Qualität und die Herkunft der Produkte. Unsere Metzger, Brauer und Bäcker sind größtenteils mittelständische Betriebe, die ihre Erzeugnisse noch traditionell herstellen. Sicher könnten wir etwa Fleischwaren auch günstiger über Großhändler beziehen, aber das entspricht nicht unserem Regional-Konzept und würde nicht unserem Qualitäts-Anspruch entsprechen.

9. Wie stehen Sie zu Internet, Handys und sozialen Netzwerken?

Die Nutzung solcher Medien ist mittlerweile Gang und Gebe und sollte eine selbstverständliche Serviceleistung im Festbetrieb sein. Wir haben sogar eine Volksfestwirt-App aufgesetzt. Dort findet man unser Musikprogramm, unsere Speisen und kann direkt mit uns kommunizieren. Eine bessere Möglichkeit nahe am Kunden zu sein und den bestmöglichen Service zu bieten gibt es nicht. Wir nutzen außerdem auch ein Online-Reservierungs-System welches sehr gut angenommen und genutzt wird. Eher eine Seltenheit bei Festen dieser Größenordnung.

10. Machen Sie Werbung? Wenn ja, wo und warum?

Da wir als Festwirt nur ein Teil des Volksfestes sind und als Veranstalter die Stadt Hof fungiert, beteiligen wir uns mit einem Werbekostenzuschlag an den Werbemaßnahmen der Stadt. Dennoch werben wir nebenher mit kleineren Guerilla-Maßnahmen für unser Unternehmen. So verteilen wir zusätzlich Programmflyer und Buttons mit unserem Firmenlogo. Wir haben außerdem den Slogan „a echter Hofer“ in der Stadt etabliert und vertreiben mittlerweile Poloshirts, Caps und ähnliches. Dies wird von den Besuchern gerne angenommen und auch stolz getragen…und wirbt natürlich auch indirekt für das Hofer Volksfest. Auch die bereist erwähnte CD mit dem Lied „a echter Hofer bleim“ ist eine solche Aktion. Der Song wird mittlerweile an jedem Volksfesttag von den Besuchern mitgesungen. Das erzeugt jedesmal wieder Gänsehaut.

11. Was bedeutet für Sie Qualität?

Will man langfristig im Gespräch bleiben muss man -genau wie beim Service- in Qualität investieren. Es bringt nichts die billigsten Speisen anzubieten, wenn sich die Kundschaft nachher über mangelnde Qualität beschwert und sich das herumspricht. Der allgemeine Trend geht vor allem bei der Ernährung wieder in Richtung Hochwertigkeit und den Menschen wird wieder wichtig was sie essen, wie man am steigenden Trend zur Bio-Ernährung sehen kann. Die Schwierigkeit daran ist es, den Spagat zwischen Hochwertigkeit und moderaten Preisen zu schaffen. Im Allgemeinen gibt der Kunde aber lieber zehn Cent mehr aus, als ein minderwertiges Stück Fleisch zu essen. Qualität heißt für uns aber auch das Gesamtpaket. Von unseren bedruckten Leinentischdecken über die liebevoll gestalteten Biermarken bis hin zur urigen Holzoptik in Zelt und Biergarten. Da ist nichts von der Stange. Das macht alles Aufwand und kostet Geld…hat aber dennoch aus dem Fest das gemacht was es jetzt ist. Solch eine Qualität findet man nicht überall und das danken uns die Besucher mit toller Stimmung.

12. Man hat nie genug Zeit, wie schaffen Sie es, ihr Arbeitspensum zu bewältigen?

Wir sind zehn Gesellschafter und außerdem eine Truppe von guten Freunden, die verzahnt wie ein Uhrwerk arbeiten. In den letzten drei Jahren hat jeder seinen Aufgabenbereich gefunden. Teilweise als Arbeitsgruppe, teilweise allein. Bei unseren wöchentlichen Treffen werden Fortschritte, Ideen und Probleme besprochen sowie Aufgaben verteilt. Während dem Festbetrieb packt dann zusätzlich jeder nochmal da an wo Not am Mann ist. Vom Gläser waschen bis hin zum Reparieren von Maschinen ist da alles dabei. Zum Glück haben wir für die wichtigsten Bereiche jeweils einen Fachmann in unseren Reihen und können somit die meiste Arbeit selbst leisten.

fränkische volksfestwirte

13. Haben Sie ein Motto?

Logisch! „A echter Hofer“ bleiben! Das drückt die Verbundenheit mit unserer Stadt und unserer Region aus. Wir wollen kein Oktoberfest kopieren, sondern fränkische Gemütlichkeit ausstrahlen. Deshalb sind unsere Wimpel auch rot-weiß und nicht blau-weiß…:-)

14. Was ist momentan ihr größtes Problem – Herausforderung?

Zur Zeit befinden wir uns in der Neubewerbung da unser Vertrag nach drei Jahren ausgelaufen ist. Wir stehen in Verhandlungen mit der Stadt. Außerdem sind wir stets auf der Suche nach Unterstützern und Sponsoren um weitere Ideen verwirklichen zu können.

15. Was war das wichtigste Ereignis Ihrer Karriere?

Das erste von uns ausgerichtete Volksfest – das 100-jährige Jubiläum 2012. Der Druck und die Erwartungshaltung waren enorm. Nach dem ersten Ansturm waren wir fix und fertig, konnten dann aber beobachten, wie wir mit unseren monatelangen Planungen nicht ganz falsch lagen. Das Fest lief und wir waren mehr als erleichtert.

16. Was würden Sie anders machen, wenn Sie Wichtiges nochmal entscheiden könnten?

Zurückblickend gibt es schon Kleinigkeiten die anfangs in der Logistik nicht stimmig waren. Solche Sachen sind allerdings mittlerweile behoben. Wir würden vermutlich jedes kleine Detail wieder genauso machen…das ist einfach unsere Art.

17. Welche Ziele haben Sie für die nächsten 5 – 10 Jahre?

„A echter Hofer“ bleim

Weitere Infos zu den fränkischen Volksfestwirten unter:

www.volksfestwirt.de
www.facebook.com/volksfestwirt